Tag der offenen Tür im Schwalbenweg

Vor 60 Jahren fing für die Lebenshilfe Kempten alles an - jetzt begannen die Tom-Mutters-Schule, die Heilpädagogische Tagesstätte und die Offenen Hilfen das Jubiläumsjahr 2025 gemeinsam mit einem Tag der offenen Tür am Schwalbenweg.
Die drei Bereiche der Lebenshilfe Kempten boten ein buntes Geburtstagsbild mit vielen Informationen, offenen Klassenzimmern und Begegnungen.
In der Aula begrüßte das Schulleitungsteam, Susanne Wirth und Birgit Becker, die zahlreichen Gäste. Drei Klassenzimmer hatte die Schule für die Besucherinnen und Besucher geöffnet, dazu kam noch der Werk-raum, der viele Interessierte staunen ließ.
Rückblick in die Vergangenheit
Einer der Besucher war Willy Wollmann. Er war damals der Architekt der Schule am Schwalbenweg, die im August 1975 bezogen wurde. Wollmann erinnerte sich an so manche Begebenheiten aus der damaligen Zeit. Dabei zog er ein Schreiben der Regierung von Schwaben aus der Tasche. Hier wird bescheinigt: „Die Ausführung der Schulbaumaßnahme ist zweckmäßig und in vielen Details mit gutem Einfühlungs-vermögen in die kindliche Psyche gestaltet.“ Und: „Das Erstaunlichste an dem gesamten Bauvorhaben sind die äußerst günstigen Baukosten.“ Und Wollmann verriet schmunzelnd: „Wir hatten damals sogar Geld übrig und haben überlegt, was noch angeschafft werden könnte.“
Gern in „ihre“ Schule zurück kehrten auch Daniel Bickel oder Stefan Dorn und viele weitere Ehemalige. Sie wussten noch genau, wo damals ihre Klassenzimmer waren. „Manches hat sich verändert, anderes nicht“, war die einhellige Meinung. So waren seinerzeit Schule und Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) in einem Gebäude untergebracht. Erst 2005 kam der Neubau der HPT im Garten der Schule hinzu.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher
Über eine Brücke oder den Garten gelangten die Besucher in diesen Gebäudekomplex und konnten sich dort umsehen. Ganz wichtig dabei: einen „Schlumpf“ auf dem Spieltisch zu positionieren. So wussten Monika Willert (Leiterin der HPT) und ihr Team am Ende des Events, wie viele Besucherinnen und Besucher in der HPT waren. Dazu gehörten nicht nur Eltern, aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Familien ihren Arbeitsplatz zeigen wollten oder auch potenzielle Interessierte für eine Arbeit bei der Lebenshilfe Kempten. Sondern es kamen auch ehemalige Schülerinnen und Schüler, ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie Christine März (viele Jahre Leiterin der Offenen Hilfen) oder ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten sowie Bufdis (Bundesfreiwilligendienstleistende). Besonders beeindruckte in der Tagesstätte der Klangstuhl im Musikraum. Und die Kinder hatten auch eifrig für den Tag der offenen Tür gebastelt – Frühlings-Trios, Traumfänger oder Armbänder.
Oberbürgermeister Thomas Kiechle besuchte ebenfalls den Tag der offenen Tür, nahm sich viel Zeit und zeigte sich sehr interessiert an den pädagogischen Schwerpunkten. Mit Stefan Dorn machte er ein Foto, immerhin arbeitet dieser inzwischen in der städtischen Gärtnerei.
In der Aula informierten auch die Offenen Hilfen über ihre ambulanten Angebote. Im Herbst feiern sie im Jubiläumsjahr der Lebenshilfe Kempten mit einem Oktoberfest ihren „eigenen Geburtstag“. Den Familienunterstützenden Dienst (FUD) gibt es 2025 seit 40 und die Offene Behindertenarbeit (OBA) seit 30 Jahren – beides seit 1995 unter dem Namen „Offene Hilfen“ vereint.
Text und Bilder: moriprint